In der Pücklerstraße mitten in Kreuzberg 36 liegt ein Kleinod der Berliner Kneipenkultur. Im “Lerchen und Eulen” kann man das Feierabendbier richtiggehend zelebrieren. Das liegt zum einen am entspannten Publikum, das sich selbst nicht so wichtig nimmt. Zum anderen an den supergemütlichen Sitzgelegenheiten, die vom alten Turnkasten aus Grundschultagen bis zu Deluxe-Oma-Sesseln aus den Siebzigern reichen. Auch im Hinblick auf die Fußball-WM empfiehlt sich ein Besuch im “Lerchen und Eulen”: Bei einem 0,5er Schneider Weisse für 2,50 € kann man sich den Siegeszug der deutschen Elf auf dem hauseigenen HD-Beamer gönnen. Was will der geneigte Berliner Fußball-Fan mehr?
Am Samstag findet der Eurovision Song Contest zum 55. Mal statt. Gastgeber ist in diesem Jahr Oslo, nachdem der Norweger Alexander Rybak mit “Fairytale” im letzten Jahr den ersten Platz belegte. Selten war in Deutschland der Hype um dieses – naja, sagen wir mal – altbackene Event so groß. Schuld daran hat mal wieder Stefan Raab, der mit seiner Show “Unser Star für Oslo” nicht nur super Quoten erzielte, sondern die Nation Stück für Stück auf den großen Tag vorbereitete. Die ARD erhoffte sich durch die Zusammenarbeit mit dem Pro7-Allroundtalent bessere Einschaltquoten bei jungen Zuschauern und das Konzept scheint aufzugehen. Dabei war “USfO” nicht mal wirklich spannend. Fast von Anfang an war jedem klar, dass Lena Meyer-Landrut gewinnen würde. Die damals 18jährige Abiturientin begeisterte das ganze Land. Manchen ist nicht ganz klar warum, schließlich ist ihre Stimme maximal mittelprächtig und ihr quietschiges Auftreten kann einem schon ganz schön auf die Nerven gehen. Dennoch hat diese Lena etwas an sich, das ganz Deutschland wieder Hoffnungen für den “Schlager-Grandprix” gibt. Sie ist wie ein Versprechen, “dieses Jahr haben wir eine reelle Chance”. Ihr Debut-Album schoss sofort auf Platz 1, ihr merkwürdiger englischer Akzent scheint zu gefallen, auch wenn Lena klingt “wie ein schwedischer Sprachtherapeut, der Ali G. imitiert”.
Trotzdem: der Eurovision Song Contest wird in diesem Jahr ein Quotenhighlight. Keiner will diesen Abend verpassen, vor allem nicht in Deutschland. Ob man Lena liebt oder sie furchtbar findet, alle wollen wissen, wie weit sie es bringen wird. In den internationalen Wettbüros musste sie kürzlich die Top-Platzierung verlassen, die 17 jährige Safura aus Aserbaidschan wird mit dem Song “Drip Drop” von den Buchmachern als absolute Favoritin gehandelt.
Auch in Berlin wird der kommende Samstag ganz im Zeichen des Eurovision Song Contest stehen, an vielen Orten gibt es ESC-Partys und Live-Übertragungen… Read more »
Dieser Eintrag kommt eigentlich zu spät, denn der Karneval der Kulturen ist gerade vorbei. Einer der besten Orte, um den ursprünglichen Gedanken dieses speziellen Karnevals zu erleben ist das YAAM am Ostbahnhof, wenn man so will ein echter Integrationspunkt in Berlin.
Das YAAM oder eigentlich ja der Young African Arts Market ist Club, Sportplatz, Markt, Beachbar und Open-Air-Restaurant in einem. Und all das auf sehr afrikanisch-karibische Art. Das heißt in diesem Fall, dass alles sehr entspannt abläuft, man mit Reggea oder verwandten Musiken beschallt wird und hin und wieder süßlich riechende Rauchschwaden vorüberziehen. Dieses Ambiente scheint Menschen aus aller Welt anzuziehen, denn nicht selten spricht man im YAAM englisch, französich, spanisch oder portugisiesch. Manchmal wünscht man sich da einen Babelfisch aus “Per Anhalter durch die Galaxis”. Und hat man zu viele Rauchschwaden eingeatmet, fühlt man sich auch wie in einer anderen Galaxis.
In dieser herrlichen Umgebung findet traditionell die Abschlussveranstaltung des KdK statt. Unter dem schönen Motto “Carribean Invasion” konnte in diesem Jahr bis weit in die Morgenstunden zu Reggae, Dancehall und Soca-Rhythmen getanzt und gefeiert werden. Konnte! Denn das war letztes Wochenende. Wie gesagt, der Text kommt etwas spät.
Andererseits kommt der Tip genau richtig, denn seit Anfang Mai hat das YAAM wieder jeden Tag ab 14:00 Uhr geöffnet. Ganz ohne Eintritt kann man hier Beachvolleyball spielen, Tricks auf der Halfpipe zeigen, das berüchtigte Jerk Chicken probieren oder einfach nur im Sand am Spreeufer chillen. Am Wochenende finden dann ab 23:00 Uhr großartige Parties statt.
Alles in allem ist das YAAM eine absolut fantastische Wohlfühl-Sommer-Location. Nachmittags einchecken, am Strand abhängen, Bierchen dazu, dann afrikanisches Essen, eine Runde Tischtennis zum Verdauen und dann kommt auch schon das erste Soundsystem. Viel besser kann man einen Sommertag in Berlin kaum verleben.
Letztendlich zählt jeder Punkt (Foto: Denis - Zimt und Zunder)
Einmal im Monat findet sich in einer kleinen Kneipe im Norden Friedrichshains schon am frühen Nachmittag eine ganze Menge Gäste ein. Zum Teil sind sie auffällig verkleidet, mit bunten Perücken oder auch im Blaumann. In Zweierteams warten die jungen Menschen darauf, dass sie ihre Startnummern erhalten. Viele haben sich schon lange Zeit im Voraus angemeldet, andere zahlen das Startgeld am Tag des Turniers. Manche sind zum ersten Mal dabei, die meisten scheinen sich jedoch (aus)zukennen. Einige eröffnen den Nachmittag mit einem Bier, andere bleiben (vorerst) bei Kaffee oder Apfelschorle. Alle sind gekommen, um sich “die Kiezkrone” zu sichern, den Wanderpokal, den das Team erhält, das sich in vier verschiedenen sportlichen Disziplinen am besten schlägt. Ab 14 Uhr beginnt das einstündige Warm-Up, bis der Startschuss zu den “ZuZ Open” erklingt.
Hinter dem Namen “Zimt und Zunder Open”, kurz “ZuZ Open”, verbirgt sich ein Kiezturnier, dass drei klassische Kneipensportarten vereint (Tischfußball, Tischtennis, Darts) und um eine weitere Disziplin erweitert, die eher untypisch ist in dieser Kategorie. Bei gutem Wetter wird im Park Kubb gespielt, mancherorts auch als “Wikingerschach” bekannt, bei Regen oder Schnee kommt es zur Indoor-Alternative: Boule im Miniformat. Beides ist sowohl ausgesprochen spaßig als auch überaus anspruchsvoll. Nicht wenige Turniere wurden erst durch diese vierte Disziplin entschieden. Read more »
Wer glaubt, Leonard Cohen nicht zu kennen, täuscht sich ganz sicher. Möglicherweise ist nicht jedem sofort diese Legende der Musikgeschichte ein Begriff, ganz sicher aber kennt man seine Lieder, die Melodien und Texte. Häufig war es nämlich gar nicht Leonard Cohen selbst, der mit seinen Songs die größten Erfolge hatte. “First we take Manhattan” wurde erst in der Version von Joe Cocker richtig berühmt, ebenso “Hallelujah” gesungen von Künstlern wie Rufus Wainwright, Bon Jovi oder John Cale. Es gibt etliche solcher Beispiele.
Cohens bekannteste Lieder stammen fast ausnahmslos von seinem ersten Album, “Songs from Leonard Cohen”, das 1967 erstmals veröffentlicht wurde und als eines der einflussreichsten seiner Zeit gilt. Darauf finden sich u.a. “Suzanne”, “The Stranger Song”, “So long, Marianne”, “Sisters of Mercy” und “Winter Lady”.
Am Mittwoch, den 18. August 2010 macht Mr. Leonard Cohen im Rahmen seiner Welttournee Station in Berlin. Ab 18:30 Uhr gibt er ein Konzert auf der Waldbühne. Wer sich das nicht entgehen lassen will, sollte sich schnell um Tickets kümmern, bei Cohens Tour vor 2 Jahren waren alle Daten sofort ausverkauft. Karten gibt es ab ca. 70 Euro im Internet und allen bekannten Vorverkaufsstellen.
Leonard Cohen wurde 1934 in Kanada, in der Nähe von Montreal, geboren. Schon mit 13 Jahren lernte er Gitarre spielen, dennoch blieb für ihn die Musik lange Zeit eher zweitrangig. Read more »
Seit dem vergangenen Freitag ist in Berlin eine neue Ausstellung zu sehen. Im Martin-Gropius-Bau in der Niederkirchnerstraße werden etwa 150 Werke der berühmten mexikanischen Malerin Frida Kahlo gezeigt. Die Sammlung umfasst Gemälde und Zeichnungen sowie seltene Fotographien, die das Leben Kahlos eindrucksvoll nachvollziehen. Zum ersten Mal ist Frida Kahlos Werk in dieser Form zu sehen, viele der Bilder waren noch nie vorher in Europa ausgestellt. Die “Frida Kahlo – Retroperspektive” ist noch bis zum 9. August zu bewundern, täglich von 10:00 – 20:00 Uhr, der Eintritt kostet 10 Euro, ermäßigt 8,00 Euro, für Schüler 5,00 Euro, Kinder bis 16 Jahre haben freien Eintritt.
Die Gemälde begeistern durch ihre Farbigkeit, durch Details und (versteckte) Symbole. Über 60 der Bilder sind Selbstportraits. Die Kuratorin der Ausstellung, Helga Prignitz-Proda, spricht von Frida Kahlos großer Einsamkeit, die diese dazu bewog, sich selbst zu malen. Sie verschenkte die Gemälde an Freunde immer mit dem Hinweis “damit Du mich nicht vergisst…” Überhaupt sind die Werke Kahlos fast immer von deren großen physischen und psychischen Schmerzen geprägt. Sie verarbeitet Ihr(e) Leiden künstlerisch und ist auch deswegen zur Ikone geworden. Ihre schweren Depressionen und die chronischen Schmerzen, die sie seit einem Unfall mit 18 Jahren nicht mehr los wurde, spiegeln sich in den Bildnissen wider. Ihre Eheprobleme mit dem berühmten mexikanischen Maler Diego Rivera, dessen Untreue, aber auch ihre zahlreichen Affären mit Männern und Frauen, ihre politische Einstellung als Kommunistin, die Betonung ihrer indigenen Wurzeln sowie ihre Liebe zur traditionellen Kunst der Azteken und Maya prägen Frida Kahlos Werk. Read more »