Es war ein spannendes Turnier, so viel ist sicher. Die 64 Teilnehmer, die in zweier Teams alle Nationen der diesjährigen Weltmeisterschaft in Südafrika vertraten, fanden sich gegen 11:00 Uhr am Vormittag im Berliner Ostbahnhof ein. Männer und Frauen “jeden” Alters hofften auf den Titel. Favorit war von vorneherein das deutsche Team, Vater und Tochter, die – so hörte man – beide in der Bundesliga kickern.
Gespielt wurde an acht Tischen, die im Halbrund um die Bühne aufgestellt waren. Die Vorrundenspiele liefen parallel, immer zwei Halbzeiten à fünf Minuten mit Seitenwechsel. An jedem Tisch überwachten die Turnier-Schiedsrichter das Fairplay.
In der Vorrunde überraschte vor allem das Frauen-Team aus den Niederlanden, bzw. Friedrichshain, das die Vorrundenspiele gegen Dänemark (17:5), Japan (20:1) und Kamerun (17:13) souverän gewinnen konnte. Im Achtelfinale hieß der Gegner Slowakei, das Spiel ging klar an die Holländerinnen, deren Fanblock mittlerweile auf enorme Größe angewachsen war. Richtig spannend war es dann im Viertelfinale. Das Mixed-Team aus Honduras ging als klarer Favorit ins Rennen…Das Viertelfinale Niederlande – Honduras wurde von ca. 50-60 Fans verfolgt, die sich zum Teil Logen-Plätze auf den oberen Rängen sicherten. Wie erwartet ging das Team aus Honduras dank der sehr starken Keeperin zunächst in Führung. Möglicherweise lag es an der lautstarken Unterstützung durch die Holland-Fans, dass die Mädels ausgleichen und sogar kurz vor Abpfiff der ersten Halbzeit noch das 6:5 erzielen konnten. In der Halbzeit forderte Honduras den Austausch des Balles, was jedoch abgelehnt wurde. Die Holländerinnen starteten besser in die zweite Hälfte. Die Führung konnte auf 9:6 erhöht werden. Aber Honduras gab sich nicht geschlagen und erzielte in knapper Folge drei Treffer zum 9:9. Die Spannung war auf ihrem Höhepunkt, als der Countdown gezählt wurde und dann klar war, dass es zum ersten Mal in diesem Turnier zum Ernstfall – der Golden Goal Regelung – kommen würde. In der kurzen Unterbrechung wurde von Honduras erneut ein neuer Ball gefordert, wieder erfolglos. Dann war es soweit, der Anpfiff zur Verlängerung ertönte, es dauerte kaum 30 Sekunden und die holländische Stürmerin versenkte den Ball im gegnerischen Tor. Der Jubel der Fans war unglaublich, Honduras verließ als fairer Gegner den Platz. Die Enttäuschung war verständlicherweise riesig. Es war so knapp!
Im Ostbahnhof konnte es keiner richtig glauben. Als einziges Frauen-Team hatte die Niederlande den Einzug ins Halbfinale geschafft. Der Gegner hieß nun Algerien. Berliner Kreisligisten von den “Kickergurken”. Machen wirs kurz. 13:11 für die Liga-Spieler. Aber es war knapp. Die Niederlande führte zwischendurch, letztendlich hatten die Jungs aber mehr Glück. Das letzte Tor fiel, als bereits der Countdown gezählt wurde. Die Sensation trat nicht ein, Holland war draußen und Algerien stand gegen Deutschland im Finale. Diese hatten sich unglaublich knapp gegen Chile durchgesetzt (welche sich dann souverän den 3. Platz sicherten). Nach der regulären Spielzeit hatte es in diesem zweiten Halbfinale 10:10 gestanden. Das Golden Goal lies lange auf sich warten, erst nach gefühlten fünf Minuten konnte “Vaddi” den erlösenden Siegtreffer erzielen.
Das Finale war nicht mehr wirklich spannend, zwar verfolgten alle verbliebenen Fans und Spieler das Match, aber Stimmung wollte nicht recht aufkommen. Das Endergebnis ist unbekannt, war aber recht deutlich. Glückwunsch, Deutschland zum verdienten Sieg der WM!
Zusammengefasst war es ein schönes Turnier, als kleiner Tipp fürs nächste Mal: Eine Siegerehrung wäre wünschenswert, vor allem auch als Wertschätzung der Medalliengewinner.










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