Jeder hat es schon gesehen, es ist aus Parks und Grünanlagen nicht mehr wegzudenken. Verstanden hat es eigentlich niemand, der es noch nicht selbst ausprobiert hat. Menschen jeden Alters, die auf grünen Wiesen Holzklötze durch die Gegend schmeißen und sich wie “echte” Sportler freuen oder ärgern und mit den Gegnern diskutieren. Wie gesagt, es sieht verwirrender aus als es ist, die Regeln erlernt man am besten beim Mitspielen und der Spaß daran, die Faszination, stellt sich sofort ein. Kubb kommt ursprünglich aus Schweden und ist bei uns auch als ‘Wikingerschach’ oder ‘Bauernkegeln’ bekannt. Dass es tatsächlich auf die Wikinger zurückgeht ist jedoch nicht erwiesen.
Kubb ist vor allem ein großer Spaß, ein Wettkampfspiel für draußen, bei dem mindestens zwei Gegner gegeneinander antreten und das dem Boule nicht unähnlich ist. “Man muss nur Spaß daran haben, mit Klötzen in der Gegend rumzuwerfen”, sagen begeisterte Anhänger, Kubb ist eine “Alternative zum schlichten Herumsitzen auf der Wiese – so wie Federball, nur kommunikativer”.
- Das Spielmaterial
Ein einfaches Kubb-Spiel ist schon ab etwa 20 Euro erhältlich, es gibt natürlich auch Profi-Ausführungen, bspw. aus Buchenholz, die bis zu 60 Euro kosten. Im Internet gibt es sogar Anleitungen, wie man sich ein Kubb-Spiel selber schreinert. Ein Kubb-Spiel besteht aus einem großen Klotz, dem König, zehn Klötzen, die Kubbs genannt werden, sechs Wurfhölzern (ähnlich einem Staffelstab) und vier Markierungsstäben, die das Spielfeld begrenzen.
- Das Spielfeld
Gespielt wird traditionell auf einer Wiese. Es aber natürlich auch möglich im Sand, Schnee oder auf festem Boden zu ‘kubben’. Je nach Alter und Erfahrung der Teilnehmer kann die Größe des Spielfelds angepasst werden. Die klassische Variante ist 5m x 8m. In der Mitte des Feldes, also auf der Mittellinie wird der König platziert. Auf den jeweiligen Grundlinien der Teams werden jeweils fünf Klötze in gleichem Abstand aufgereiht.
- Ziel des Spiels
Beide Mannschaften versuchen, als erste alle Klötze des Gegners umzuwerfen, also zu fällen. Erst nachdem alle Klötze umgeworfen wurden, wird der König gefällt und das Spiel ist beendet.
- Spielverlauf
Es klingt wirklich viel komplizierter als es ist. Am besten lernt man es, wie schon gesagt, beim Mitspielen. Wir wollen es trotzdem versuchen zu erklären! Das beginnende Team (A) versucht von der Grundlinie aus mit allen sechs Wurfhölzern die gegnerischen Klötze, die wiederum auf deren Grundlinie stehen, umzuwerfen. Geworfen wird der Reihe nach und immer von unten und mit dem Handrücken nach vorne. Die Längsachse des Stabs muss in Wurfrichtung fliegen, rotierende Hölzer und Horizontalwürfe sind nicht erlaubt. Sind alle Würfe getätigt, ist das andere Team (B) an der Reihe. Zunächst müssen sie alle getroffenen Klötze in die gegnerische Spielhälfte werfen. Dort wo diese liegenbleiben werden sie von Mannschaft A aufgestellt. Bevor die Klötze auf der Grundlinie des Gegners gefällt werden können, muss Team B also erst die eigenen Klötze im gegnerischen Spielfeld abwerfen. Erst wenn alle gefallen sind, dürfen sie die Grundlinien-Kubbs in Angriff nehmen. Sollte es Team B nicht gelingen mit den sechs Wurfhölzern, alle Klötze im Feld zu treffen, darf Team A im nächsten Zug bis zu dem Klotz vorgehen, der noch steht. (Stehen mehrere, kann bis zu dem Klotz gegangen werden, der am nächsten zur Mittellinie steht!) Jetzt müssen wieder zuerst die getroffenen Klötze in die gegnerische Spielhälfte geworfen werden und diese dann im Anschluss zuerst getroffen werden, um mit dem Abräumen der Grundlinie fortzufahren. (Es gibt verschiedene Spielvarianten. In der anspruchsvolleren, aber gleichzeitig unterhaltsameren Version, verbleiben alle Klötze über die gesamte Dauer des Spiels im Feld, man kann das Spiel jedoch auch dadurch vereinfachen und verkürzen, indem einmal getroffene Feldklötze aus dem Spiel entfernt werden.)
- Spielende
Schafft es ein Team, alle gegnerischen Grundlinien-Klötze abzuräumen (d.h., dass auch im gegnerischen Feld kein Klotz mehr steht), muss es den König, der das ganze Spiel über in der Mitte thront, fällen. Erst dann hat das team gewonnen. Sollte ein Team den König versehentlich umwerfen, bevor alle Klötze des Gegners gefällt wurden, gilt das Spiel sofort als verloren und der Gegner darf sich über einen unverhofft frühen Sieg freuen.
Im besten Fall probiert man das Spiel einfach mal aus. Viele eingefleischte Kubb-Fans freuen sich über neue Herausforderer im Park und nehmen Neulinge auch gerne ins Freizeitteam auf. In Berlin gibt es eine jährlich stattfindende Kubb-Meisterschaft, die “German Kubb Masters”, die vom “Kubbsport Berlin e.V.” seit 2002 veranstaltet wird. 2008 konnte sich das “Kubbteam Schwedisches Bettenlager” aus Leipzig gegen die Konkurrenz durchsetzen.
Mehr Infos zum Kubb und Bestellmöglichkeiten:
www.kubb-spiel.de //// wikipedia //// German Kubb Masters










Eine Antwort
[...] Disziplin erweitert, die eher untypisch ist in dieser Kategorie. Bei gutem Wetter wird im Park Kubb gespielt, mancherorts auch als “Wikingerschach” bekannt, bei Regen oder Schnee kommt es [...]