Seit dem 12. März zeigt die Nationalgalerie Berlin im Mies van der Rohe-Bau Hauptwerke der Bildhauerkunst und modernen Malerei, der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Viele Highlights der Epoche von 1900 bis 1945 aus Expressionismus, Neuer Sachlichkeit, Surrealismus, Bauhaus und Dada sind zu bestaunen. In 18 Ausstellungsräumen können sich die Besucher faszinieren lassen und über die bewegte Zeitgeschichte informieren.
Darüber hinaus spiegelt die Ausstellung die bewegte (politische) Geschichte der Nationalgalerie wider, gezeigt werden bspw. die spezifischen Besonderheiten der Zeit des Kaiserreichs, der Weimarer Republik, im Nationalsozialismus, in der Bundesrepublik und DDR.
Der Gang durch die Ausstellung verläuft nicht streng chronologisch, sondern orientiert sich vielmehr an den bedeutenden zeitgeschichtlichen Geschehnissen. Das Verhältnis von Mensch und Maschine wird beeindruckend dargestellt, ebenso ist die künstlerische Auseinandersetzung mit den Weltkriegen zu bewundern. Ernst-Ludwig Kirchner, Max Beckmann und Rudolf Belling sind sogar einzelne Räume gewidmet, in denen das Werk des jeweiligen Künstlers intensiv erlebt werden kann.
In der Zeit des Nationalsozialismus wurden über 500 Werke moderner Kunst aus der Nationalgalerie verbannt. Die von den Nazis als “Entartete Kunst” bezeichneten Bilder vorwiegend jüdischer Künstler sind zum Teil als Reproduktionen in Originalgröße zu sehen. Die Ausstellung „Moderne Zeiten“ bietet somit auch die Möglichkeit zur Reflexion über die jüngste Geschichte sowie über das Verhältnis von Kunst und Politik. “In keiner anderen öffentlichen Sammlung in Deutschland werden derartige Zusammenhänge aufgrund der Bestände so anschaulich wie in der Nationalgalerie”.
Ein weiterer Höhepunkt bildet der Ausstellungsraum, der sich ausschließlich der Gattung des Porträts widmet. Eine größe Zahl der verschiedensten Porträts ist dort collageartig arrangiert und führt dem Besucher den faszinierenden Variantenreichtum dieser Bildnisse vor.
Im Herbst nächsten Jahres soll die Sammlung noch um Werke erweitert werden, die nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden. Die Ausstellung “Moderne Zeiten”, die in Anlehnung an Charly Chaplins berühmten Film “Modern Times” benannt wurde, wird ihre Besucher dann noch umfangreicher über gelebte Geschichte informieren und mit ihren Kunstwerken faszinieren. Absolut sehenswert ist sie jedoch schon jetzt!
Neue Nationalgalerie, Potsdamer Straße 50, 10785 Berlin
Geöffnet: Di + Mi 10-18 Uhr, Do 10-22 Uhr, Fr 10-18 Uhr, Sa+So 11-18 Uhr










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